Warum Tennis eine eigene Logik hat
Tennis lässt sich weder als Ausdauersport noch als Kraftsport sauber beschreiben. Die Belastung besteht aus kurzen, intensiven Aktionen mit ständigen Richtungswechseln, unterbrochen von Pausen zwischen den Punkten und längeren Unterbrechungen beim Seitenwechsel. Dazu kommt eine Dauer, die nicht planbar ist: Ein Match kann nach 55 Minuten vorbei sein oder sich über drei Stunden ziehen.
Diese Unsicherheit ist der eigentliche Unterschied zu einem Wettkampf mit festgelegter Distanz. Wer sich für ein Match ernährungsseitig vorbereitet, plant nicht für den erwarteten, sondern für den längeren Verlauf. Das betrifft vor allem die Verfügbarkeit von Kohlenhydraten und Flüssigkeit während des Spiels.
Der internationale Tennisverband ITF fasst die sportartspezifischen Grundlagen in seinen Ernährungsinformationen zusammen. Die Kernaussagen sind unspektakulär: ausreichend Kohlenhydrate, an die Bedingungen angepasstes Trinken, vertraute Lebensmittel und keine Experimente am Matchtag.
Vorbereitung: die Tage und Stunden davor
In den Tagen vor einem wichtigen Match ist die normale Ernährung der entscheidende Faktor. Wer regelmäßig ausreichend Kohlenhydrate isst, geht mit gut gefüllten Speichern in den Spieltag. Spezielle Ladeprotokolle, wie sie im Ausdauersport diskutiert werden, sind für ein einzelnes Match nicht erforderlich.
Die letzte größere Mahlzeit liegt für die meisten Spielerinnen und Spieler etwa drei bis vier Stunden vor Spielbeginn und ist kohlenhydratbetont, fettarm und ballaststoffärmer als sonst: Nudeln, Reis, Kartoffeln, Brot, dazu eine moderate Proteinkomponente. Was gut vertragen wird, ist individuell und sollte im Training erprobt sein.
In der Stunde davor geht es nur noch um Feinheiten: eine Banane, ein kleines Brot, ein Getränk mit Kohlenhydraten. Wer nervös ist und wenig fester Nahrung verträgt, kommt mit flüssigen Kohlenhydraten oft besser zurecht. Auch das gehört ins Training, nicht an den Turniertag.
Während des Matches: Seitenwechsel nutzen
Der Seitenwechsel ist die einzige verlässliche Gelegenheit zur Aufnahme. Wer erst bei aufkommender Erschöpfung damit beginnt, hat den Zeitpunkt verpasst. Sinnvoller ist eine gleichmäßige Routine von Anfang an – kleine Mengen, regelmäßig, statt einer großen Menge in einer späten Pause.
Bei Matches bis etwa einer Stunde reicht Wasser für die meisten Spielerinnen und Spieler aus. Zieht sich die Partie über eine Stunde hinaus oder liegen mehrere Matches an einem Tag, sind Kohlenhydrate während des Spiels sinnvoll: ein Sportgetränk, eine Banane, ein kleiner Riegel auf Haferbasis. Der Energy OatSnack, den wir als Partnerprodukt führen, ist genau für solche Situationen praktikabel – kompakt, gut kaubar und in Pausen teilbar.
Eine pauschale Trinkmenge lässt sich seriös nicht angeben. Schweißverluste unterscheiden sich zwischen Personen erheblich und schwanken mit Temperatur, Luftfeuchte, Belagsart und Spielintensität. Eine praktikable Annäherung: sich vor und nach dem Match wiegen und beobachten, wie viel Gewicht verloren geht – daraus entsteht mit der Zeit ein realistisches Gefühl für den eigenen Bedarf.
Hitze: Vorsicht statt Faustregeln
Bei hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchte verändert sich die Belastung grundlegend. Die Wärmeabgabe wird schwieriger, die Herzfrequenz steigt bei gleicher Intensität, Schweißverluste nehmen deutlich zu, und mit ihnen der Verlust an Elektrolyten, insbesondere Natrium.
Die ITF hat für solche Bedingungen ein eigenes Protokoll zum Umgang mit hitzebedingten Erkrankungen veröffentlicht. Es beschreibt Warnzeichen und Maßnahmen auf Wettkampfebene und richtet sich an Organisation und medizinische Betreuung. Für Spielerinnen und Spieler sind vor allem zwei Punkte relevant: Hitzeprobleme entstehen schrittweise, und Symptome wie starker Leistungsabfall, Schwindel, Verwirrtheit oder ausbleibendes Schwitzen sind Abbruchsignale, keine Charakterfragen.
Praktisch heißt das: bei Hitze früher und regelmäßiger trinken, natriumhaltige Getränke oder salzhaltige Snacks in Betracht ziehen, Pausen im Schatten nutzen, kühlende Maßnahmen einsetzen und den Zeitplan realistisch bewerten. Bei akuten Beschwerden ist medizinische Einschätzung vor Ort erforderlich.
Doppel, Einzel und Turniertage
Im Doppel sind die Laufwege kürzer, die Aktionen oft explosiver, die Gesamtbelastung geringer. Der Energiebedarf während des Spiels ist entsprechend niedriger – Wasser und gegebenenfalls eine kleine Kohlenhydratquelle reichen meist aus.
Im Einzel, besonders auf langsameren Belägen mit längeren Ballwechseln, steigt der Bedarf deutlich. Hier lohnt sich eine feste Routine für Kohlenhydrate ab etwa der ersten Stunde.
An Turniertagen mit zwei Partien ist die Zeit zwischen den Matches der kritische Faktor. Bei zwei bis drei Stunden Pause hat die schnelle Wiederauffüllung Priorität: Kohlenhydrate in gut verträglicher Form, ausreichend Flüssigkeit, eine kleine Proteinkomponente, wenn der Magen es zulässt. Bei mehr als vier Stunden passt eine normale Mahlzeit. Bei weniger als 90 Minuten sind flüssige oder halbfeste Optionen fast immer die bessere Wahl.
Nach dem Match
Nach der letzten Partie des Tages ist der Druck raus. Jetzt zählt eine vollwertige Mahlzeit mit Kohlenhydraten, Protein und Gemüse – und die Flüssigkeitsmenge, die über den Tag gefehlt hat. Wer deutlich Gewicht verloren hat, verteilt die Aufnahme über mehrere Stunden statt alles auf einmal zu trinken.
Wenn nach einem harten Match der Appetit fehlt, sind flüssige Optionen praktikabel: Milch, Kakao, ein Shake, eine Suppe mit Brot. Ziel ist nicht Perfektion, sondern dass überhaupt etwas ankommt.
Für Spielerinnen und Spieler mit mehreren Matches in einer Woche gilt dasselbe Prinzip wie im Training: Die Summe der Tage entscheidet. Wer an Spieltagen konsequent unterversorgt in die nächste Partie geht, merkt das nicht am ersten, sondern am dritten Tag.
FAZIT
Tennis-Ernährung am Matchday ist vor allem eine Frage von Routine und Vorbereitung, nicht von Spezialprodukten. Vertraute Lebensmittel, eine feste Gewohnheit am Seitenwechsel und ein realistischer Blick auf Wetter und Spielplan decken den größten Teil ab.
Was individuell passt – Menge, Zeitpunkte, Konsistenz –, findet man im Training heraus, nicht im dritten Satz. Wer das einmal für sich geklärt hat, spielt im entscheidenden Moment mit einer Variablen weniger.
QUELLEN
Dieser Beitrag ist allgemeine Information und ersetzt keine individuelle medizinische oder ernährungstherapeutische Beratung. Bei Erkrankungen, Medikamenteneinnahme, Essstörungen, in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Minderjährigen bitte fachkundigen Rat einholen. Bei Anzeichen einer hitzebedingten Erkrankung ist unmittelbar medizinische Hilfe erforderlich.