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BWG SPORT / JOURNAL — ERNÄHRUNG

Sporternährung: Protein, Kohlenhydrate und Alltag

Was auf den Teller gehört, wenn du regelmäßig trainierst: Energie, Protein und alltagstaugliche Mahlzeiten statt starrer Ernährungsregeln.

12. September 2026 · Lesezeit 4 Min.

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Erst die Versorgung, dann die Feinheiten

Wer nach Feierabend trainiert, braucht keinen perfekt getakteten Ernährungsplan. Wichtiger ist, über den Tag genug zu essen und unterschiedliche Lebensmittel einzubeziehen. Protein allein macht eine Ernährung nicht vollständig: Kohlenhydratquellen, Gemüse, Obst und Fette gehören ebenfalls dazu.

Eine praktische Mahlzeit lässt sich aus drei Bausteinen zusammenstellen: beispielsweise Kartoffeln oder Vollkornreis, dazu Linsen, Tofu, Eier oder Fisch und eine Gemüsekomponente. Das ist eine Orientierung für die Zusammenstellung, keine Vorgabe für individuelle Portionsgrößen.

Wie viel Protein ist eine sinnvolle Orientierung?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt für Erwachsene unter 65 Jahren 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht und Tag als Referenzwert. Ab 65 Jahren liegt der Schätzwert bei 1,0 Gramm. Diese Angaben sind keine pauschalen Ziele für intensives sportliches Training.

Für regelmäßig Trainierende nennt die ISSN-Position einen Bereich von etwa 1,4 bis 2,0 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag. Trainingsumfang, Energiezufuhr und persönliche Situation bestimmen, welche Einordnung sinnvoll ist. Mehr ist nicht automatisch besser.

Rechenbeispiel, keine persönliche Empfehlung: Bei 70 Kilogramm entsprechen 1,4 bis 2,0 Gramm pro Kilogramm etwa 98 bis 140 Gramm Protein am Tag. Gemeint ist das gesamte Protein aus allen Lebensmitteln – nicht die Menge an Proteinpulver.

Kohlenhydrate nicht aus dem Blick verlieren

Brot, Haferflocken, Kartoffeln, Reis und Obst liefern Kohlenhydrate. Bei intensiven Belastungen spielen sie für die Energiebereitstellung eine wichtige Rolle. Wer nur den Proteingehalt optimiert, kann andere Bestandteile der Ernährung unbeabsichtigt verdrängen.

Vor einer Einheit entscheidet auch die Verträglichkeit: Ein kleiner Snack kann besser passen als eine große Mahlzeit unmittelbar vor dem Start. Teste neue Speisen im Training statt zum ersten Mal am Wettkampftag.

Ein Beispiel für einen normalen Trainingstag

Frühstück: Haferflocken mit Joghurt oder einer passenden Sojaalternative und Obst. Mittagessen: Reis mit Linsen und Gemüse. Vor dem Training bei Hunger: ein Brot oder eine Banane. Abends: Kartoffeln mit Quark oder Tofu und Salat.

Diese Auswahl veranschaulicht eine Struktur, garantiert aber ohne Mengenangaben keine bestimmte Nährstoffzufuhr. Portionsgrößen und zusätzliche Snacks hängen von Hunger, Belastung und individuellem Bedarf ab.

Was du zuerst verändern kannst

Notiere einige typische Mahlzeiten, bevor du Ergänzungen kaufst. Fehlt beim Frühstück eine Proteinquelle? Fällt das Mittagessen häufig aus? Ist vor dem Training seit Stunden nichts gegessen worden? Eine konkrete Lücke ist hilfreicher als die Suche nach dem perfekten Supplement.

Ein Shake kann eine Proteinquelle ergänzen, ersetzt aber keine abwechslungsreiche Ernährung. Wer seinen Bedarf bereits über Mahlzeiten deckt, braucht nicht automatisch zusätzliches Proteinpulver.

FAZIT

Gute Sporternährung beginnt mit ausreichender Energie und verlässlichen Mahlzeiten. Protein ist ein Baustein, nicht der gesamte Plan. Nutze Mengenbereiche als Orientierung und passe die Umsetzung an deinen Alltag an.

QUELLEN

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische oder ernährungstherapeutische Beratung. Bei Erkrankungen, Medikamenteneinnahme, in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Minderjährigen bitte fachkundigen Rat einholen.

SYSTEM / MUSKEL

Muskelmasse ist das Ergebnis einer Bilanz aus Aufbau und Abbau. Trainingsreiz und Proteinzufuhr verschieben sie.

MuskelproteinbilanzAUFBAUABBAUPROTEIN + TRAININGSREIZBILANZ ÜBER TAGE, NICHT ÜBER STUNDEN
Muskel — Aufbau und Abbau im Gleichgewicht